exploring a cozy island

Im Morgengrauen stehen wir am Fähranleger der Silja Line in Turku. Wir stehen ganz vorn und können so beobachten, wie sich die Fähre entlädt und Trailer eingeladen werden. Dann dürfen wir als erstes KFZ auffahren. Wir fahren ja auch nicht die ganze Strecke nach Stockholm durch, sondern wollen einen Pausetag auf den Ålandinseln einlegen.

im Morgengrauen am Fähranleger

im Morgengrauen am Fähranleger

Von Deck der Fähre können wir den Turkur Hafen im zarten Morgenlicht bewundern, dann ziehen wir uns in unsere Kabine zurück. Wir haben Schlaf nachzuholen. Nach einem ausgiebigen, sonnenbeschienen Brunch an Deck kommen wir dann um die späte Mittagszeit in Mariehamn an. Die Insel empfängt uns mit über 10 Grad und Sonnenschein. Weitere Pläne für unseren Aufenthalt haben wir keine gemacht und so steuern wir zunächst eine Burg an, deren Bild ich im Reiseführer ansprechend fand, – in der Hoffnung, dort eine nette Spaziergehstrecke zu finden. Wir haben Glück das kleine Freilichtmuseum nahebei hat offen.

Eingangstor zum Museum

Eingangstor zum Museum

Geöffnet bedeutet in diesem Fall: Das Gelände ist betretbar. Aber das reicht uns ja. Mit unserem angeeigneten Wissen aus mehreren Freilichtmuseen in Skandinavien und den kleinen Infotafeln, die hier stehen, können wir uns das kleine Areal gut selbst erarbeiten. Es sind natürlich typisch ländische Gebäude, die hier ausgestellt sind. Sie sind unter anderem maritim teilweise mit Reed gedeckt. Man entdeckt eben doch immer etwas Neues.

reedgeeckte Stallungen mit Glocke

reedgeeckte Stallungen mit Glocke

Schleißlich kommen wir zum Bootsanleger. Von hier aus hat man einen schönen Blick über das Wasser und auch zur Burg. Ein toller Ort, um ein paar Erinnerungsfotos zu machen.

im Hintergrund die Burg

Urlaubsmodels

Dann fahren wir weiter, aber nicht ohne noch einen Abstecher in eine Seitenstraße zu machen, um einmal vollen Blick über die alten Gemäuer zu bekommen. Ruhig und anmutig liegt Schloss Kastelholm hier direkt am Wasser.

Burg Kastelholm

Burg Kastelholm

Wir bleiben dran am Thema „altes Gemäuer“ und fahren Richtung Bomarsund – nach Osten. Hier liegen immer wieder Ruinenstücke am Straßenrand. Von der einstigen russischen Festung ist nicht mehr erhalten. Noch bevor sie je ganz fertig gestellt wurde, wurde sie im Krimkrieg in Schutt und Asche gelegt.

Reste des Notviken-Turm

Reste des Turms Notviken

In östlicher Richtung kommen wir nicht weiter, wir müssten zur nächsten Insel übersetzen. Daher steuern wir nun den Norden der Insel an. Wir fahren über enge, teilweise holprige Straßen, vorbei an verschiedenen Höfen und Kirchen. Die meisten Kirchen hier sind ähnlich gebaut. An der Marienkirche in Saltvik versuchen wir unser Glück, eine Kirche auch von innen zu besichtigen, doch die Türen sind verschlossen.

Marienkirche, Saltvik

Marienkirche, Saltvik

An einem Badestrand, desses Saison schon längst vorbei ist, können wir einen schönen Abend genießen. Die Sonne glitzert auf dem Wasser und wir können ihr von einer tiefen Nachmittagssonne bis zum Sonnenuntergang mit den Augen folgen.

Badestrand nahe Geta

am Strand nahe Geta

Der nächste Tag empfängt uns leider eher grau und bedeckt. Wir gehen daher erstmal etwas Einkaufen und hoffen, dass die Sonne sich in der Zwischenzeit dazu bewegt, einmal durch die Wolken hindurch zu schauen. Wir fahren das südliche Ostende der Insel an. Hier landen wir recht unerwartet an einem größeren Fährhafen. Also drehen wir wieder um. Ein Schild zu einer Kapelli lässt uns auf dem Rückweg dann vom Weg abbiegen. Wir werden zu einem Waldparkplatz geführt, den Rest erkunden wir zu Fuß. Zunächst laufen wir auf einem breiten Waldweg, dann müssen wir uns entscheiden: Links zur Kapelle, rechts zu einem Hafen. Wir steuern zunächst die Kapelle an.

St-Olof-Kapelle

St-Olof-Kapelle

Die heutige Kapelle wurde auf den Ruinen der einstigen größeren Kirche errichtet. Damals, als hier ein wichtiger Hafen und Umschlagsplatz war. Heute ist hier ein ruhiger, friedlicher Platz im Wald. Nichts zeugt mehr von dem einstigen Rummel, der hier geherrscht haben muss. Das Innere der Kapelle ist schlicht und spartanisch, aber gerade so hat sie eine tolle Stimmung als einfache Waldkapelle.

Innensicht

Innensicht

Dann laufen wir zum angechrieenen „Hafen“. Wir rätseln, was sich dahinter wohl verbergen mag. Ein Schild erklärt es uns: An diesem Ort war einst ein Anlegepunkt für die Schiffe. Ein mittelalterlich gemachtes Boot veranschaulicht es uns. Wie an der Kirche ist es auch hier eine ganz besondere, friedliche Stimmung.

Boot im Hafen

Boot im Hafen

Nach unserem kleinen Ausflug in das Mittelalter steuern wir jetzt den Westen der Insel an. Hier setzen wir über eine kleine Brücke auf die Insel Eckerö über. Bald stehen wir wieder an einem Fährhafen und drehen wieder um. Wiedereinmal passieren wir ein Schild, dass uns in Åland willkommen heißt: autonom und demilitarisiert, so steht es hier. Die Åländer sind ein stolzes Volk. Schwedischsprachig und doch zu Finnland gehörig. Eine interessante Mischung der Kulturen. Wir biegen Richtung Norden nach Käringsund ab. Hier machen wir ein ausgedehntes Päuschen und genießen den Ausblick auf den Fischhafen. Dicht an dicht drängen sich hier die Holzschuppen nicht nur am, sondern auch über Wasser.

Hafen Kräringsund

Hafen Käringsund

Dann fahren wir weiter über die kleine Insel. Auch hier landen wir bald wieder an einem Punkt, an dem wir nicht weiterfahren dürfen. Also drehen wir nach der kleinen, älteren Brücke, die wir gerade passiert haben, wieder um und fahren zurück. Die frühe Abendstimmung hier am Wasser ist herrlich.

Abendstimmung auf Eckerö

Abendstimmung auf Eckerö

Wir übernachten noch auf Eckerö und am nächsten Morgen heißt es dann auch schon: Sich auf’s Abschiednehmen vorbereiten. Ein paar Vormittagsstündchen bleiben uns noch, dann müssen wir für die Fähre einchecken. Nachdem wir die Hunde in einem erspähten Hundeauslauf nochmal kräftig haben toben und rennen lassen, nutzen wir die Zeit für einen Hafenspaziergang in Mariehamn. Verlassen und einsam liegt er da. Man merkt deutlich, dass gerade nicht Saison ist.

im Sommer einer der gut besuchtesten Orte Mariehamns

Der Åss Pavillon am Hafen – im Sommer einer der gut besuchtesten Orte Mariehamns

Wir laufen einen Steg entlang, an dem kein einziges Boot vertäut ist, und blicken auf das Museumsschiff „Pommern“ und den Fährhafen, in dem gerade ein Boot der Viking Line liegt. Das erinnert uns daran, dass nun Zeit ist, dass auch wir uns zum Fährhafen zu begeben um auf die M/S Galaxy der Silja Line zu warten. Bald schon werden wir nun finnisches Hoheitsgebiet verlassen.

Blick über das Hafengelände Mariehamns

Blick über das Hafengelände Mariehamns

 

into the light

Campingplatz, das bedeutet fließendes Wasser und so beginnen wir den Tag gemütlich und vor allem damit Geschirr, Kochutensilien und Zweibeiner mit eben diesem zu beglücken. Es ist wieder gegen Mittag bis wir losfahren. Zunächst geht es weiter gen Norden auf der E6. Das Wetter ist etwas klarer als am Vortag, trotzdem regnet es immer wieder. Auf den Schildern  sind Ortsnamen mittlerweile auch auf samisch angeschrieben. Nach Innhavet verlassen wir die E6 und fahren Richtung Drag. Hier soll der schönere Weg verlaufen, von dem aus man auch den Stetind, einen besonders markanten Berg bewundern kann. In Drag steuern wir zuerst das lulesamische Zentrum Arran an.

lulesamisches Zentrum Arran

lulesamisches Zentrum Arran

Hier gibt es eine kleine Ausstellung über das Leben der Samen am Meer. Wir erfahren etwas über die Bootsbaukunst und den Fischfang. Den Handel mit Stockfisch und Pelz. Samen am Meer, das gibt uns Einblick in eine neue Seite der samischen Kultur, die wir so noch nicht kannten. Sogar einen Lapinporokoira können wir hier auf einem alten Foto erblicken.

Aufsteller der kleinen Ausstellung

Aufsteller der kleinen Ausstellung

Da die Fähre von Drag nach Kjøpsvik wohl nicht sehr oft fährt, entscheiden wir uns, doch wieder zur E6 zurück zu fahren und noch einen Abstecher zum Dyreberget nach Borges zu machen, wo man Felsenmalereien aus der Steinzeit entdecken kann. Auf der Fahrt dorthin bricht immer mal wieder die Sonne durch die Wolken. Dann nähern wir uns über rutschige Steine dem Felsen mit den Zeichnungen. Wie ein Vorbote tauchen kurz vor der Stelle mit den vielen Tierzeichnungen übereinander und nebeneinander zwei einzelne Gänse auf.

Felszeichnungen aus der Steinzeit

Felszeichnungen aus der Steinzeit

Von dem großen Bild sehen wir nur wenig. Die Sonne spiegelt zu sehr auf dem nassen, dunklen Stein und ohne Sonne ist es zu dunkel. Trotzdem, ein paar Umrisse können wir erkennen, vor allem das Rentier ist auszumachen. Die Bedeutung der Zeichnungen ist heiß diskutiert. Es gibt viele Theorien, aber keine konnte bisher eindeutig erwiesen werden. Auffällig ist: Die meisten abgebildeten Tiere sind schwer zu erjagen.

Hinweistafel neben dem spiegelnden Felsen mit den Zeichnungen

Hinweistafel neben dem spiegelnden Felsen mit den Zeichnungen

Hier oben bei den Felsen können wir auch den Ausblick über Fjordwasser und Bergpanorama genießen und den Fähren beim Ein- und Auslaufen zu sehen. Der Gedanke, ob wir nicht doch zu den Lofoten fahren sollen kommt auf.

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Blick von den Felsen über den Fjord

Wieder im Auto angekommen, prüfen wir daher unsere Wegoptionen, bleiben dann aber bei unserem ursprünglichen Plan heute noch nach Narvik zu fahren. Am Fährhafen reihen wir uns bei den schon wartenden Autos ein. Wir haben fast 1,5 Stunden Zeit bis die nächste Fähre kommt. Während nun Herr Zweibein etwas zu Kochen aufsetzt, schnappe ich mir Frau Vierpfote und nutze den geraden Teer für ein paar Übungen. Frau Hund möchte auch im Urlaub ihren Kopf betätigen dürfen. Gerade als wir das letzte Schüsselchen wieder ausgeputzt haben, dürfen wir auf die Fähre fahren. Das nennt sich dann wohl perfektes Timing. Von Bord der Fähre können wir zurück auf den Fähranleger sehen und dem Boot, das bald die Lofoten ansteuern wird, beim Ent- und Beladen zusehen.

Fähre Richtung Lofoten

Fähre Richtung Lofoten

Deutlich spektakulärer zeigt sich aber der Blick von der Frontseite unseres Fährschiffes. Es hat noch etwas aufgeklart und die Abendsonne tut ihr Möglichstes, die Bergkette vor uns in interessantem Licht erscheinen zu lassen. Wir stehen an der Reling, trinken unseren obligatorischen Fährfahrtkaffee und während uns der Wind durch die Haare weht, können wir unsere Augen nicht von der Bergkette abwenden.

Bergkette am Tysfjord

Bergkette am Tysfjord

Als wir von dem Fährschiff runter und weiter in die Berge hinein fahren, hoppeln auch schon Rentiere direkt vor uns über die Fahrbahn. Ein Stückchen weiter sehen wir eine ganze Herde an einer Bergflanke stehen. Sie schauen gemächlich kauend zu uns herüber. Der Unterschied dieser halbdomestizierten Tiere zu dem wilden und scheuen Rentier des Dovrefjells, von dem wir kommen, ist unübersehbar.

Auf diesem Bild ist eine Rentierherde versteckt

Rentierherde (Such- und Wimmelbild)

Bei schöner Abendstimmung versuchen wir doch noch den Stetind zu sehen zu bekommen. Aber der Abstecher lohnt kaum: Der Berg hüllt sich in Nebel. Immerhin, wir haben es wenigstens versucht. Der restliche Weg nach Narvik ist schön und vergeht daher wie im Flug. Doch irgendetwas lässt uns nicht kurz vor Narvik übernachten. Die Lichter der Stadt und ihres Hafens ziehen uns an. Uns so fahren wir in Richtung der Häuser, die sich wie ein Lichterkegel an eine Bergflanke schmiegen und betrachten, wie sich die bunten Lichter der Schiffe im dunklen Wasser verschwimmend spiegeln. Hinter Narvik verlassen wir die E6 und biegen auf die E10 und damit Richtung Schweden ab. Nicht weit nach der Abzweigung richten wir dann unser Nachtlager her.

northpoint to northpoint

Der Urlaub hat begonnen, die letzten Konferenzen sind abgehakt. Von nun an gibt es kein Refugium in den Bergen mehr. Von nun an gibt es für uns Zweifüßler und die Vierpfoter nur noch den VW-Bus. Nach der letzten Konferenz sind wir am Nachmittag noch in Trondheim los und gern Norden gefahren. Nun beginnen wir den Tag kurz vor Namsskogan auf einem kleinen Rartplatz direkt am Fluss. Die letzten Arbeitstage waren anstregend und so starten wir gemütlich in den nassen Morgen. Die ganze Fahrt hatte uns Regen begleitet und auch in der Nacht schlug er immer wieder gegen unser Auto. Besserung scheint so schnell auch nicht in Sicht. Noch ein Grund mehr, den Tag gemütlich anzugehen. Als wir dann losfahren, verlassen wir recht schnell Nord-Trøndelag und kommen in die Provinz Nordland. Der Tag neigt sich dem Mittag zu, wir sind in Nordnorwegen – zumindest hat sich das jemand einmal so ausgedacht und es wurde eine hübsche Brücke errichtet, die an Polarlichter erinnern soll.

Grenze zwischen Nord-Trøndelag und Nordland

Grenze zwischen Nord-Trøndelag und Nordland

Die weitere Fahrt ist geprägt von Regenschauern und grauen Wolken. Größere Pausen können dan nicht locken und stoppen erst wieder in Mosjøen, wo wir erstmal einen heißen und bunten Eintopf kochen: Gelbe, grüne und rote Paprika, mit orangenen und gelben Karotten und lila Zwiebeln in roter Tomatensauce. Das hebt das Wohlgefühl und so gestärkt spazieren wir durch das immernoch von Regenschauern geprägte Mosjøen und schlendern durch die Sjøgata.

alte Tankstelle (hergerichtet wie 1933)

alte Tankstelle (hergerichtet wie 1933)

Hier stehen 100 Holzhäuser aus dem Jahre 1866. Bunt und dicht reihen sie sich aneinander. Alles ist hübsch hergerichtet und die Schaufenster der Läden und Cafés sind von alten Gegenständen gerpägt. Leider ist in der Nebensaison bei schlechtem Wetter hier kaum Betrieb und in norwegische Cafés oder Restaurants darf man mit Hunden nicht hinein. Daher bleibt es bei einem Spaziergang durch den pitoresken Stadtteil.

Landhandel und Café Vikgården

Landhandel und Café Vikgården

Nachdem alle (inklusiver Kamera) abgetrocknet im Auto sitzen, geht die Fahrt wieder weiter. Die Straße führt uns entlang an wildem Gewässer und hauptsächlich durch Waldgebiete. In Mo i Rana legen wir einen kurzen Stop ein und machen ein paar Besorgungen. So waren etwa ddie Wasservorräte im Auto versiegt und wollten wieder aufgefrischt werden. Dann fahren wir in den Abend hinein und kommen nach einer guten Stunde am Polarkreis an. Hier legen wir eine kleine Rast ein, so dass sich Zwei- und Vierbeiner stärken und die Beine vertreten können.

Am Polarkreis

Am Polarkreis

Für unser Nachtlager verlassen wir aber zuerst das Gebirge wieder und fahren einen Campingplatz an, dessen lange Rezeptionsöffnungszeiten wir vorher recherchiert hatten. So sind wir nun also im hohen Norden angekommen. Wir sind gespannt, was wir hier erleben werden

Landscape and Mankind

Bei Sonnenschein und leichtem Wind besuchen wir das Sogne-Fjordmuseum. Es liegt im Hafen von Kaupanger. Der Eintritt ist kostenlos und die Anzahl der Exponate überschaubar, aber man bekommt einen guten Einblick in das frühere Leben hier am Fjord.

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am Sognefjord

Es beeindruckt mich, mit welch kleinen und ungeschützten Booten man sich früher der rauen Natur und dem Meer ausgesetzt sah. Hier im Museum wirken diese Boote so gemütlich. Wenn ich mir aber vorstelle, wie sie bei Sturm auf dem Meer treiben, ist jegliche Romantik dahin.

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Fischerboot im Sogne Fjordmuseum

Im Museum lag ein Führer über die Region aus. Wir blättern im VW-Bus darin herum und überlegen wie wir weiterfahren. Als wir von einer Brauerei in Flåm lesen, die Bier im Wikingerstil brauen will und dazu passendes Essen mit und zum Bier gestaltet, entscheiden wir uns gegen das eigentlich geplante Freilichtmuseum und für die Fahrt über Lærdalsøyri und die Passstraße über das Aurlandsfjell nach Flåm. Für die Hunde scheint uns ein Museum auch nicht gerade spannend. Unser Weg führt uns bald durch einen Tunnel, der direkt an einem Fähranleger endet – um von dem Fähranleger auf der anderen Seite direkt wieder in einen Tunnel zu führen. Es ist schon erstaunlich, welche Wegführungen hier total normal sind und wieviel Aufwand der Mensch hier betreiben muss um all die unwegsame Natur zu überwinden.

Fahrt nach

Vom Tunnel direkt auf die Fähre – Fahrt nach Lærdalsøyri

In Gamle Lærdalsøyri legen wir eine Rast ein. Es ist Mittagszeit und wir wollen die vielen denkmalgeschützten Häuschen aus dem 18. Und 19. Jahrhundert gerne auf uns wirken lassen, die hier zu hundertsechzigst auf einem Flecken stehen.

Blick auf Gamle Lærdalsøyri

Blick auf Gamle Lærdalsøyri

Gegenüber der Häuschen laden typisch norwegische Picknicktischen zum Rasten ein und ausnahemsweise passt auch mal das Wetter zu einer Rast im Freien: Die Sonne scheint, es weht ein lauer Wind. Während wir Brote belegen, liegen die Hunde unter dem Tisch. Wir entspannen alle eine Runde und tanken Vitamin D.

Entspannen unterm Picknicktisch

Entspannen unterm Picknicktisch

Als Frauchen Bilder von den Hunden vor den hübschen Häuschen machen will, ist es jedoch vorbei mit der Entspannung und Ruhe. Die Hunde beziehen lieber Aussichtsposten und ziehen es vor aufmerksam ihre Umgebung zu beobachten, als zu Frauchens Kamera zu kucken. Sie teilen sich die Arbeit: Arkos ist Möwenbeauftragter und beobachtet konzenriert die umherfliegenden Möwen, während Chili als Sicherheitsbeauftragte etwas kritisch die Menschen beäugt, die an ihren PKWs ein- und aussteigen.

Auf Posten

Auf Posten

Wir schlendern also eine Runde durch das Dorf. Sehr gemütlich ist es hier. Ein altes und herausgeputztes Holzhäuschen schmiegt sich an das nächste. Die Zeit wirkt ein bisschen als hätte sie sich eine Pause genommen und würde hier zum Durchschnaufen verweilen.

in Gamle Lærdalsøyri

in Gamle Lærdalsøyri

Dann fahren wir weiter und schlagen die Passstraße über den Aurlandfjellet ein – wieder eine nationale Touristenstraße. Von diesen gibt es wirklich viele hier in Norwegen und sie sind eigentlich immer eine Fahrt wert. Es fühlt sich zwar stets ein bisschen nach Sightseeing im Touristenbus an und es fehlt nur der Moderator, der einem Bergnamen aufzählt. Aber es ist ja eben auch eine Form des Sightseeings und man bekommt auf den Straßen schöne und sehr vielfältige Einblicke in die Landschaften Norwegens.

alte Häuschen im Aurlandsfjell

alte Häuschen und Schafe im Aurlandsfjell

Obwohl hier auch viel Schnee am Wegesrand liegt, wirkt der Pass geradezu freundlich im Gegensatz zu dem des Vortages. Wie ein bisschen Sonne alles in einem anderen Licht erscheinen lässt, ist schon erstaunlich. Wobei natürlich der Weg auch gute hundert Höhenmeter weniger aufsteigt, als der Weg über den Sognefjell am Vortag. Es ist grüner hier.

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Auf dem Weg über das Aurlandsfjell

Gegen Ende des Weges erreichen wir den Aussichtspunkt Stegastein. Von hier aus zeigt sich ein wunderschöner Blick auf den Aurlandsfjord. Es ist beeindruckend, wie der Fjord hier eine Biegung macht, als würde er abzweigen und in unterschiedliche Richtungen verlaufen.

Blick vom Aussichtspunkt Stegasteon über Aurland

Blick vom Aussichtspunkt Stegastein auf Aurland und den Fjord

Blick auf halber Höhe zwischen Aussichtspunkt und Ort

Blick auf halber Höhe zwischen Aussichtspunkt und Ort

Etwas abgelegen in der Nähe einer biologischen Landwirtschaftsschule mache ich mit den Hunden einen Spaziergang. Sie haben ja nichts von touristischen Attraktionen und Ausblicken. Wir finden eine tolle Wiese, wo sie beide nach Herzenslust toben, springen und rennen können. Da hier nicht zuletzt wegen des Leinenzwangs in den meisten Gebieten oft Leine angesagt ist, für die beiden einfach ideal.

Let's fetz!

Let’s fetz!

Dann fahren wir das kurze Stück von Aurland nach Flåm fertig. Das Pub ist schnell gefunden, das Essen schnell gewählt. Es gibt Wikingerplatte(n): Fünf kleinen Variationen oder Gänge zusammen mit fünf unterschiedlichen Bieren. Vor allem das Porter passt perfekt zum Mini-Schoko-Kuchen zum Abschluss. Dann steht die Heimfahrt an und nun fahren wir unter dem Gebirge durch, das wir zuvor von oben befahren hatten. Der Lærdalstunnelen ist mit über 24km der längste mit Autos zu befahrende Straßentunnel der Welt. Absichtlich nicht gerade gebaut und alle ungefähr 5km kommt eine besonders gestaltete Halle – damit den Fahrern nicht langweilig wird.

beleuchtete Halle im Lærdalstunnelen

beleuchtete Halle im Lærdalstunnelen

Auf dem weiteren Weg passieren wir noch ein paar Stabkirchen, von denen die Stabkirche von Borgund die herausragendste ist. Das Besucherzentrum schließt gerade, als wir ankommen. Die Kirche von außen besichtigten, können wir aber ja trotzdem. Die vielen, übereinander geschachtelten Dächer machen aus dieser Kirche etwas ganz Besonderes. Wie die meisten Stabkirchen fügt sie sich sehr harmonisch in die Landschaft ein und ragt gleichzeitig aus ihr heraus.

Stabkirche in Borgund

Stabkirche in Borgund

Auch die detailreiche, aber nicht so gegenständlich, ornamentenhafte äußere Gestaltung verleiht ihr etwas Besonderes. Kein Wunder, dass sie als herausragendes Beispiel für norwegische Holzbaukunst gilt. Ein bisschen schade ist es schon, dass wir sie nicht mehr von innen besichtigen können. Allerdings wirkt die Beschreibung im Reiseführer, dass man eine halbe Stunde auf Einlass warten muss und dann gedrängt steht, auch alles andere als einladend oder spirituell.

Details an der Stabkirche von Borgund

Details an der Stabkirche von Borgund

Dann fahren wir weiter: Durch golden-orangenes Abendlichteiter, durch wechselnde Landschaften, durch kleine Dörfchen, auch vorbei an einem Supermarkt, um noch Erledigungen zu besorgen. Dann führt der Weg wieder in die Berge. Seit langem ist es mal wieder richtig dunkel. Also nicht ganz – am Horizont ist immer noch ein heller Streifen auszumachen. So fährt unser Auto begleitet von Sternschnuppen durch die Nacht bis wir wieder unsere Heimat auf Zeit, das Bergcenter in Hjerkinn erreichen.

 

Even some snow

Nach einem Morgen an türkisenem Wasser, fahren wir wieder zurück nach Lom. Es ist zwar mit bedeckten 10 Grad nicht gerade warm, aber immerhin: Wir können die Kirche ohne Regen besichtigen.

Stabkirche in Lom

Stabkirche in Lom

Eigentlich könnte man meinen, dass bei einer Kirchenbesichtigung das Wetter keine so große Rolle spielt. So aber nicht bei den norwegischen Stabkirchen. Denn ihre äußere Gestaltung ist für mich meist noch beeindruckender als ihre innere Ausgestaltung. Gerade in Lom ist für uns die Gestaltung mit Drachenköpfen und Kreuzen besonders eindrücklich. Hier wird zusammengebracht, was sich sonst so oft als unüberbrückbarer Graben zeigt. Hier kommen Altes und Neues harmonisch zusammen.

Details an der Außengestaltung

Drachenköpfe und Kreuze

Details, Stabkirche Lom

Blick zum Himmel

Auch im Inneren dieser alten Holzkirchen herrscht eine besondere Stimmung. Holz strahlt für mich so eine Behaglichkeit und Wärme aus. Und gerade, wenn es draußen oft kein einladendes Wetter hat, wirken diese Kirchen wie ein Hafen. Allerdings, bei all den Menschen aus Reisebussen ist es manchmal etwas schwierig diese Stimmung aufzunehmen. Doch wir sind geduldig und sitzen einfach bis alle alle Fotos gemacht und die Massen wieder verschwunden sind.

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Stabkirche Lom, Innenansicht

Als wir die Kirche ausgiebig haben wirken lassen, ziehen wir mit den Hunden auf eine kleine Runde los. Wir erklimmen eine Anhöhe, von der aus wir einen wunderschönen Blick auf Lom und das Tal haben. Unsere Füße baumeln am Stein entlang, während wir eine ausgiebige Mittagsrast genießen.

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Anschließend spazieren wir mit den Hunden entlang der Landzunge. An einem netten Plätzchen am Wasser toben die beiden wie immer ganz schön wild miteinander. Wenn sie nicht gerade miteinander beschäftigt sind, beobachten sie die kleinen Wellen, die hier an Land schlagen und überlegen sich, was sie mit denen anfangen sollen. Herrn Hunds Lösung: Reinbeißen – Frau Hunds Lösung: Anbellen.

Joa, ne?!?

Joa, ne?!?

Auf unserem Rückweg finden und pflücken wir wilde Himbeeren. Sie sind zwar klein, aber dafür herrlich aromatisch. Wir lassen sie uns schmecken.

Eine handvoll Waldhimbeeren

Eine handvoll Waldhimbeeren

Dann zieht es uns weg aus Lom, hin zum Touristenweg über Norwegens höchsten Gebirgspass durch das Sognefjellet. Die Straße führt immer tiefer in die Berge, aber wir legen erst noch eine kleine Kaffee-Rast in einer sehr urig und gemütlich eingerichteten Berghotel-Lodgia ein.

Berghotel Elvester

Berghotel Elvester

Unser Auto steigt höher und höher. Draußen wird es immer kälter. Dann beginnt es sogar zu schneien. Die Temperatur draußen beträgt gerade mal noch 1 Grad. Die hohen Berge neben uns hüllen sich in Nebel und die Landschaft aus Schnee und Steinen wirkt fast schon unwirklich.

Im Sognefjellet

Im Sognefjell

Wir passieren die 1400 moh Marke. Genau genommen sind es 1434, die wir uns jetzt über dem Meeresspiegel befinden. Dann geht es langsam wieder abwärts und auch der Schnee hört auf. Die Sicht wird klarer. Kalt ist es nach wie vor.

Ausblicke

Ausblicke

Auf unserem Weg bergab und hinaus aus den Bergen, begegnen uns nicht nur Berghotels mit knallroten Expeditionszelten, Serpentinen und wilde Bachläufe. Auch Schafe kreuzen unseren Weg. Es dauert kurz, bis sie sich sortiert und festgestellt haben, wie dem Auto am besten auszuweichen wäre.

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Als der Weg schließlich aus den Bergen hinaus führt und die Landschaft wieder etwas geruhsamer wird, verlassen wir den Touristenweg um die Stabkirche von Urnes zu besuchen. Auf einer schmalen Straße fahren wir direkt am Ufer des Lustrafjorden entlang. Als uns ein kleiner LKW entgegen kommt, müssen wir ein gutes Stück rückwärts fahren, so eng ist es hier. An der Stabkirche angekommen, ist es sehr ruhig. Sie ist nicht mehr geöffnet, und so sind auch keine Touristen mehr hier. Ein paar Kinder spielen verstecken, während wir uns ansehen, wie das gut videoüberwachte UNESCO-Weltkulturerbe hier exponiert am Ende einer Landzunge steht. Auch hier finden sich Spuren und Motive aus der Zeit der Wikinger.

Detail an der Außenwand der Stabkirche Urnes

Detail an der Außenwand der Stabkirche Urnes

Wenn die Kirche auch von außen sonst eher unspektakulär gestaltet ist, so ist es vielleicht gerade ihre Unaufgeregtheit, die einen tiefen Eindruck hinterlässt. Ebenso wie ihre Lage am Ende einer Landzunge direkt gegenüber von steilen Fjordwänden und dunkeltürkis farbenem Wasser. Das Ende der Landzunge fühlt sich hier irgendwie etwas nach Ende der Welt an.

Stabkirche Urnes

Stabkirche Urnes

Da die Fähre zum anderen Ufer um diese Zeit nicht mehr fährt, müssen wir den Weg zurückfahren, den wir gekommen sind. Wir treffen wieder auf die Touristenstraße und folgen ihr auf der anderen Seite des Lustrafjorden entlang bis zu ihrem Ende. Dann fahren wir Richtung Sognedal weiter, bis wir an einem Rastplatz nach einem wärmenden Tee unseren Bus zur Schlafkoje umgestalten.

A dress of rain

In der Nacht rüttelt der Wind an unserem Auto. Immer und immer wieder klopft er an und bringt peitschend Regenwasser mit sich. Am Morgen beim Frühstück ist uns, als könne man auch in einem parkenden VW-Bus seekrank werden. Das Wetter in Ålesund verspricht auch keine Besserung. Pfeifender, starker Wind mit Regen – Das ist nicht, wie wir uns eine Stadtbesichtigung vorgestellt haben. Im Inland soll das Wetter besser sein. Wir fahren Richtung Geirangerfjord. Die ganze Fahrt regnet es und ist grau. Oft können wir an den Felsen uns gegenüber nur die Wasserfälle als weiße Striche vor dem allgemeinen Grau sich abzeichnen sehen. Interessant ist der Weg nach Geiranger trotzdem und nach einer Mittagspause im Bus am Fjord bei anhaltendem Regen, lässt der Regen zur Aussicht über den Fjord wenigstens etwas nach.

Ausblick über den Geirangerfjord

Ausblick über den Geirangerfjord

Dann liegt der bekannteste Fjord Norwegens auch schon wieder hinter uns, während wir uns Schlaufe um Schlaufe auf eine Berganhöhe winden. Der Nebel wird dichter. Die Landschaft, die darin zu erkennen ist, wirkt unwirklich.

Hütten in den Bergen hinter dem Fjord

Hütten in den Bergen hinter dem Fjord

Während wir auf dem Hochplateau zwischen dem Breheimen und Reinheimen Nationalpark weiter nach Osten fahren, wird es Stück für Stück etwas klarer. Reißende Flüsse und Seen liegen türkisfarben neben uns. Immer öfter gönnt sich nun der Regen eine Pause. Freie Sicht, das wirkt fast schon ungewöhnlich nach den vielen Stunden Regen. Wir nutzen die Zeit um uns allen am Wasser die Füße zu vertreten.

Am Wasserwerk

Am Wasserwerk

Auf der Weiterfahrt nimmt der Wald langsam ab. Das Tal um uns wird breiter. Wir kommen wieder in tiefere Lagen. Viele Höfe stehen nun rechts und links an den Seiten des Tals. Große und stattliche Höfe sind es, aus vielen Gebäuden zusammengesetzt. Zwischendrin immer wieder Kirchen aus Holz. Mal hell, mal dunkel. Oft in eher runder Form. Die norwegischen Kirchen haben eine besondere Ausstrahlung. Schade, dass sie so selten geöffnet sind.

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Kirche bei Skjåk

Als wir das Städtchen Lom erreichen, regnet es erneut. Wir beschließen, dass wir die schön gestaltete Stabkirche hier lieber am nächsten Tag besichtigen wollen. Wenn wir Glück haben, soll es dann nämlich nicht regnen. Also suchen wir einen gemütlichen Platz für den Abend, den wir ein gutes Stück hinter dem Städtchen an einem türkisfarbenen See finden.

Abenstimmung am Vågåvatnet

Abenstimmung am Vågåvatnet

Through a wild valley and on intertwind roads

Noch ein paar Tage frei, bevor es wieder länger am Stück Arbeit zu erledigen gilt. Bei klirrenden 8 Grad machen wir uns in den Bergen auf. Wir wollen einen gemütlichen Tag verbringen, das Romsdal erkunden, den Trollstigen befahren und dann sehen, wie weit wir kommen. Die ersten Stunden begleitet uns ein trüber Himmel. Trotzdem: Wie sich die Rauma ihren Weg durch und ins das Romsdal und zum Fjord schlängelt, ist beeindruckend.

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Gerade auch abseits der touristischen Hauptattraktionen gibt hier viel wildes Wasser, dem wir beim Sprudeln beobachten können. Es zeigt sich meist in einem hübschen, türkislichen Blau. Die Felsen hingegen haben sich in Schwarz gekleidet.

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Irgendwann beruhigt sich das Wasser etwas. Das Tal wird gemächlich breiter. Wir sind in der Ebene angekommen. Endlich macht auch das Wetter Anstalten etwas aufzuziehen. Wir legen eine kleine Rast an einer Kirche ein. Das Licht fällt surreal auf das Tal.

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Als wir weiter Richtung Innfjord und Trollstigen fahren, hat es dann endgültig aufgeklart. Wir fahren inmitten freier Sichten auf franzige Bergpanoramen.

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Immer wieder staunen wir auch über die norwegischen Häuser. Viele Häuser sind hübsch mit Blumen dekoriert. Sie wirken etwas vertäumt und verschkafen. Viele Höfe wirken fein herausgeputzt und stehen stattlich am Straßenrand.

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Dann zweigen wir von unserem Weg durch das Romsdal ab und fahren auf die Touristenstraße um den Trollstigen zu befahren. Hier ist plötzlich mächtig was los: Reisebusse hiefen sich vor und hinter uns die steilen und engen Serpentinen den Berg hoch. Von oben hat man dann einen wunderschönen Blick zurück auf die bizarre Straße und die Felsenhänge entlang.

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Wir könnten nun der Touristenstraße weiter zum Geirangerfjord folgen, doch wollen wir diesen an einem anderen Tag erkunden. Daher machen wir uns daran den Trollstigen wieder hinunter zu fahren. Das ist genauso spannend, wie hinauf zu fahren.

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Da es noch nicht spät am Tag ist, beschließen wir einen Abstecher zu der Stabkirche nach Rødvik zu machen. Wir fahren also einen gemütlichen Fjord entlang. Alles ist sehr ruhig und beschaulich hier. Als wir an der Kirche ankommen, hören wir nichts als Stille. Nicht einmal die Kühe, die etwas entfernt gemütlich im Liegen grasen, machen einen Laut.

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Auch hier ist neben der alten Stabkirche eine neue Kirche gebaut worden. Sie gefällt uns fast genauso gut wie die alte Kirche. Sicherlich hat die Stabkirche ein unwiderstehliches Flair der alten Einfachheit und der Stäbe, sie sich in den Boden schieben. Doch die liebevolle Deko der neuen Kirche mit Kleeblättern hat auch einen eigenen Charm.

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Dann setzt der Regen wieder ein. Wir fahren den kleinen Fjord wieder zurück und weiter nach Ålesund. Der Regen plätschert auf unsere Scheibe. Der Scheibenwischer findet das genauso anstrengend wie wir. Wir halten die Hunde mit Knabberkram und Blödeleien bei Laune, uns selbst haben wir ausnahmsweise mal ein Bier gegönnt. Es regnet mal mehr, mal weniger, und als wir das Auto zum Nachtlager umbauen, begleitet uns der Regen mit Gedrappel auf den Autodach.

Back to the mountains

Wolken hängen um die Bergspitzen, die wir am Abend noch bewundert hatten. Nur hier und da reißen sie auf und genehmigen den Blick auf das, was sie verhüllen. Die Sonne scheint und das Fjordwasser glitzert. Es herrscht rege Betriebsamkeit: Busseweise werden Touristen von den Kreuzfahrtschiffen auf den Aussichtspunkt gefahren.

Blick Richtung

Blick Richtung Vestnes

Wir beginnen den Tag mit einem ausgedehnten Spaziergang und haben Glück. Als wir loslaufen, klart es immer mehr auf und die Wolken geben die Sicht auf die Bergspitzen frei. So können wir die wunderschöne Aussicht genießen, während wir auf dem Bergrücken des Aussichtspunktes weiter Richtung Westen laufen.

Berpanorama

Bergpanorama

Als wir die Flanke erreichen, zeigt sich vor uns der Moldefjorden in all seiner Pracht. Gerahmt von Bergen führt er hier hinaus auf’s offene Meer. Das allerdings sehen wir nicht – wir setzen es in Gedanken an den Fjord, der sich uns zeigt.

Blick über den Moldefjorden

Blick über den Moldefjorden

Als ein Abstieg nicht mehr zu enden scheint, drehen wir um. Heute müssen wir auf die Zeit achten, müssen wir doch pünktlich zur Arbeit am Nachmittag zurück sein. Auf unserem Weg fallen uns Flechten auf, die in den Bäumen hängen und so der Landschaft eine ganz besondere Note verleihen.

Bäume

Bäume mit Flechten

Dann fahren wir zum Fährhafen. Aus drei möglichen Wegen zurück haben wir uns für die E39 und damit den Weg entschieden, der die längste Fährfahrt bedeutet (es hätte auch einen Weg ganz ohne Fähre gegeben). Von unserem Rastpunkt aus haben wir die ganze Zeit die Fähren beobachtet, wie sie den Fjord passieren, aneinander vorbeigleiten und ihre Passagiere von Molde nach Furneset bringen. Das hat die Neugier und die Lust geweckt, selbst auf dieser Fährverbindung Passagier zu sein.

Auf der Fähre

Auf der Fähre nach Furneset

Beim Verlassen des Hafens können wir Molde betrachten: Die kleine Stadt schlängelt sich adrett am Hang entlang, so wie es eben geht zwischen Bergrücken und Meerwasser.

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Kreuzfahrtschiff im Hafen von Molde

Wir nähern uns beständig der anderen Fjordseite nähern und können das Panorama des Moldefjorden aus neuen Perspektiven betrachten: Während wir zuvor noch von oben betrachtet hatten, wie der Fjord sich öffnet, zeigt er sich nun vom Wasser aus.

Blick

Blick Richtung Westen den Moldefjorden entlang

Wir fahren weiter hoch über Brücken und tief durch Tunnel, vorbei an verschiedenen Bergrücken, Häusern, Rindern, Schafen und Wasserläufen. Einiges, das wir sehen, wäre einen längeren Ausflug wert. Mal sehen, ob uns der Weg noch einmal dorthin zurückführt. Nun haben uns erstmal die Berge wieder.

towards the sea

Wir erwachen mitten in einem Fjord, dem Vinjefjorden. Am Abend des zweiten Tages in Trondheim hatten wir entschieden, keinen weiteren Tag in der Stadt zu verbringen, sondern lieber hinaus ans Meer zu fahren. So hatten wir die Stadt in südwestlicher Richtung verlassen. Unser Ziel: Die Insel Averøya und der Atlanterhavsvegen. Doch zunächst genießen wir den Morgen mit Blick auf Berg und Wasser.

Start in den Tag am Vinjefjorden

Start in den Tag am Vinjefjorden

Als wir weiter in Richtung Averøya fahren, bestaunen wir die Landschaft, die sich stetig verändert. Dann kommt unsere Straße an ein jähes Ende. Um den Halsafjorden überqueren zu können und nach Kanestraum übersetzen zu können, müssen wir mit der Fähre weiterfahren.

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Bereit zum Übersetzen

Wobei: Fähre fahren ist eigentlich kein Müssen, sondern ein Dürfen. Kann man doch ganz entspannt an Deck stehen, den leichten Fahrtwind und die Landschaft genießen. Es ist gemütlich und entschleunigt auch eine Reise, die durch das Tempolimit von max 80 km/h schon sehr entspannten Charakter hat.

Blick zurück von der Fähre

Blick zurück von der Fähre

Die Fähre in die entgegengesetzte Richtung

Die Fähre in die entgegengesetzte Richtung

Auf der Weiterfahrt nehmen wir auch die anderen beiden Möglichkeiten, die der Mensch der unwegsamen Natur entgegensetzt, mit: Wir passieren einige Brücken und tiefe Tunnel. Zwei Mal fahren wir zwischen 5 und 6 km tief unter dem Meer durch. Wir merken den Druck auf den Ohren. Dann haben wir die Insel Averøya erreicht. Wir fahren Richtung Kvernes, um dort die Stabkirche zu besichtigen. Als wir ankommen, zeigt sich, dass auch die neuere Kirche, die direkt neben der Stabkirche erbaut wurde, einen Besuch wert ist. Irgendwie spiegelt sie die Landschaft wieder, nimmt das Meer und die Berge auf.

neue Kirche in Kvernes - Außenansicht

neue Kirche in Kvernes – Außenansicht

neue Kirche in Kvernes - Innenansicht

neue Kirche in Kvernes – Innenansicht

Für die jüngste Stabkirche Norwegens, erbaut zu Anfang des 14. Jahrhunderts, müssen wir einen kleinen Eintritt zahlen, bekommen dafür aber auch eine kleine Führung auf Deutsch geboten. Der Raum ist interessant gestaltet, so richtig nach Kirche fühlt er sich nicht an. Das Inventar kam nach und nach hinein, so erzählt uns der Guide. Zuerst war einfach nur eine Halle.

Stabkirche in Kvernes - Außenansicht

Stabkirche in Kvernes – Außenansicht

Stabkirche in Kvernes - Innenansicht

Stabkirche in Kvernes – Innenansicht

Da der Parkplatz vor der Kirche so wunderschön liegt, legen wir eine ausgedehnte Mittagsrast ein: Wir stärken uns, räumen ein paar Sachen zurecht, vertreten uns die Beine. Die Sonne scheint warm auf die Haut und der Blick auf den Kvernesfjorden zeigt sich imposant.

Vierbeiner im norwegischen Sonnenschein

Vierbeiner im norwegischen Sonnenschein

Dann steuern wir einen weiteren Punkt (Håkårøysa) an, der im Reiseführer mit einem Sternchen für interessant markiert ist. Leider schreibt der Reiseführer nichts weiter dazu, aber google hilft weiter: Es handelt sich um ein Hügelgrab. Es ist das größte Steinhügelgrab in Nord Møre. Allerdings ist es beschädigt, der Grund dafür ist unklar. Ob es die Witterungsbedingungen waren oder sich jemand Zutritt zu dem Grab verschafft hatte, das hat bis heute niemand erforscht.

Blick Richtung Kvernesfjorden - linker Hand: Der Grabhügel

Blick Richtung Kvernesfjorden – linker Hand: Der Grabhügel

Den Vierbeinern ist das Hügelgrab herzlich egal. Sie freuen sich über das Wasser und nutzen die lauschige Stelle um plantschen zu gehen. Das geht hier auch hervorragend, ohne dass man in die Gefahr käme, schwimmen zu müssen. Das erfreut das Hundeherz.

Plantschen

Plantschen und Leckerliefischen

Jetzt steuern wir unser zweites Ziel an, den Atlanterhavsvegen. Er lockt einige Touristen an, bietet dafür aber einiges: Der Weg hüpft über mehrere, winzige Inseln und Schären, hinweg und hält sich dabei immer ganz nah am Wasser.

Der Kustenveien

Der Atlanterhavsvegen

Da die touristisch aufgemachten Punkte, für die Hunde nicht sehr spannend sind, folgen wir dem Weg bis es etwas ruhiger wird. Am Farstadstranda legen wir eine größere Pause ein, wir haben ein Schild mit einem Wanderer darauf entdeckt. Unser Weg führt uns an einem weißen Sandstrand entlang, vorbei an Grabhügeln und zu einem kleinen Leuchtturm.

Leuchtturm, Nordneset

Leuchtturm, Nordneset

Wir laufen zwischen schroffen Berghängen und dem offenen Meer. Der Weg führt nun durch eine eindrückliche, hüglige Küstenlandschaft aus Steinen und Gräsern. Andauerndes Nieseln begeleitet uns.

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Küstenlandschaft

Wieder zurück im Auto warten wir den schlimmsten Schauer ab, dann folgen wir dem Atlanterhavsvegen weiter bis zum Ende nach Bud. Hier schlagen wir südliche Richtung ein. Wir wollen bis nach Molde fahren und sehen, ob wir dort übernachten können. Als wir uns der Stadt nähern, sind wir beeindruckt von dem Bergpanorama, das sich plötzlich vor uns auftut. Wir folgen Schildern mit dem Zeichen für Sehenswürdigkeit und der Aufschrift „Varden“ und gelangen an einen Aussichtspunkt, der noch ein schönes Plätzchen zum Übernachten für uns bereithält. So verbringen wir verbringen einen schönen Abend nach einem eindrucksreichen Tag, weit oben über der Stadt, mit Blick auf ihre Lichter.

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Blick auf Molde

Along The Road

Wir erwachen nach einer erholsamen Nacht auf einem Rastplatz ein gutes Stück hinter Göteborg. Und bald hat uns die Straße gen Norden wieder. Kurz vor der Grenze machen wir eine kleine Pause und erledigen noch ein paar Besorgungen. Die Auswahl in dem schwedischen Supermarkt ist unglaublich breit, wir staunen ein wenig.
Die Landschaft verändert sich stetig und je näher wir Norwegen kommen, deso näher fahren wir in Küstennähe und können Fjorde bewundern. Wunderhübsch sind hier kleine, bunte Häuschen auf den Felsen am Wasser verteilt. Sie wirken ein bisschen, als hätte jemand sie dorthin geworfen.

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Die Fahnen aller Länder, durch die uns unser Weg geführt hat

Dann ist es geschafft. Wir passieren die Grenze zu Norwegen. Es geht immer Richtung Oslo. Als wir die Metropolregion hinter uns lassen, führt uns unser Weg an den größten See Nowegens. Im Hinterland würden wir gerne eine Wanderung unternehmen, aber finden die Wege, die es laut Reiseführer geben soll, nicht. Die Fahrt zieht sich nun etwas, gerne würden wir uns an der Natur bewegen. Durch die Suche nach den Wanderwegen hat sich unsere Route etwas geändert: Sie führt nun an einem wilden Fluss entlang, der sich teils zerklüftet, teils mit Sandsträndchen umgeben durch die Landschaft schlängelt. Dann biegen wir ab in die Berge (Skogen i Stor-Elvdal) und legen eine Rast in der Nähe eines Wasserfalls ein.

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Wasserfall

Wir erkunden das wunderschöne Bachtal. Die Luft ist frisch, aber trägt viel Wasser mit sich. Und laut ist es: Das Wasser fällt mit Getöse den Hang hinab. Die Wege sind schmal und manchmal etwas steil.

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Am Flusslauf

Nach einer ausgiebigen Rast setzen wir unseren Weg fort. Wir fahren durch eine Hochebene mit atemberaubender Sicht auf viele umliegende Berge und eine zeitweise surreal anmutende, karge Gerbirgslandschaft. Dann stoßen wir auf den Rondane-Weg, der sich weiter durch’s Gebirge schlängelt. Entlang an Seen, Flüssen und kleinen Sümpfen mit Blick auf den Rondane-Nationalpark auf der anderen Talseite. An diesem Weg schlagen wir auch unser Nachtlager auf. Mit Blick auf Berge und neben einem sandigen Bachlauf.

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Blick über den Atnsjøen