exploring a cozy island

Im Morgengrauen stehen wir am Fähranleger der Silja Line in Turku. Wir stehen ganz vorn und können so beobachten, wie sich die Fähre entlädt und Trailer eingeladen werden. Dann dürfen wir als erstes KFZ auffahren. Wir fahren ja auch nicht die ganze Strecke nach Stockholm durch, sondern wollen einen Pausetag auf den Ålandinseln einlegen.

im Morgengrauen am Fähranleger

im Morgengrauen am Fähranleger

Von Deck der Fähre können wir den Turkur Hafen im zarten Morgenlicht bewundern, dann ziehen wir uns in unsere Kabine zurück. Wir haben Schlaf nachzuholen. Nach einem ausgiebigen, sonnenbeschienen Brunch an Deck kommen wir dann um die späte Mittagszeit in Mariehamn an. Die Insel empfängt uns mit über 10 Grad und Sonnenschein. Weitere Pläne für unseren Aufenthalt haben wir keine gemacht und so steuern wir zunächst eine Burg an, deren Bild ich im Reiseführer ansprechend fand, – in der Hoffnung, dort eine nette Spaziergehstrecke zu finden. Wir haben Glück das kleine Freilichtmuseum nahebei hat offen.

Eingangstor zum Museum

Eingangstor zum Museum

Geöffnet bedeutet in diesem Fall: Das Gelände ist betretbar. Aber das reicht uns ja. Mit unserem angeeigneten Wissen aus mehreren Freilichtmuseen in Skandinavien und den kleinen Infotafeln, die hier stehen, können wir uns das kleine Areal gut selbst erarbeiten. Es sind natürlich typisch ländische Gebäude, die hier ausgestellt sind. Sie sind unter anderem maritim teilweise mit Reed gedeckt. Man entdeckt eben doch immer etwas Neues.

reedgeeckte Stallungen mit Glocke

reedgeeckte Stallungen mit Glocke

Schleißlich kommen wir zum Bootsanleger. Von hier aus hat man einen schönen Blick über das Wasser und auch zur Burg. Ein toller Ort, um ein paar Erinnerungsfotos zu machen.

im Hintergrund die Burg

Urlaubsmodels

Dann fahren wir weiter, aber nicht ohne noch einen Abstecher in eine Seitenstraße zu machen, um einmal vollen Blick über die alten Gemäuer zu bekommen. Ruhig und anmutig liegt Schloss Kastelholm hier direkt am Wasser.

Burg Kastelholm

Burg Kastelholm

Wir bleiben dran am Thema „altes Gemäuer“ und fahren Richtung Bomarsund – nach Osten. Hier liegen immer wieder Ruinenstücke am Straßenrand. Von der einstigen russischen Festung ist nicht mehr erhalten. Noch bevor sie je ganz fertig gestellt wurde, wurde sie im Krimkrieg in Schutt und Asche gelegt.

Reste des Notviken-Turm

Reste des Turms Notviken

In östlicher Richtung kommen wir nicht weiter, wir müssten zur nächsten Insel übersetzen. Daher steuern wir nun den Norden der Insel an. Wir fahren über enge, teilweise holprige Straßen, vorbei an verschiedenen Höfen und Kirchen. Die meisten Kirchen hier sind ähnlich gebaut. An der Marienkirche in Saltvik versuchen wir unser Glück, eine Kirche auch von innen zu besichtigen, doch die Türen sind verschlossen.

Marienkirche, Saltvik

Marienkirche, Saltvik

An einem Badestrand, desses Saison schon längst vorbei ist, können wir einen schönen Abend genießen. Die Sonne glitzert auf dem Wasser und wir können ihr von einer tiefen Nachmittagssonne bis zum Sonnenuntergang mit den Augen folgen.

Badestrand nahe Geta

am Strand nahe Geta

Der nächste Tag empfängt uns leider eher grau und bedeckt. Wir gehen daher erstmal etwas Einkaufen und hoffen, dass die Sonne sich in der Zwischenzeit dazu bewegt, einmal durch die Wolken hindurch zu schauen. Wir fahren das südliche Ostende der Insel an. Hier landen wir recht unerwartet an einem größeren Fährhafen. Also drehen wir wieder um. Ein Schild zu einer Kapelli lässt uns auf dem Rückweg dann vom Weg abbiegen. Wir werden zu einem Waldparkplatz geführt, den Rest erkunden wir zu Fuß. Zunächst laufen wir auf einem breiten Waldweg, dann müssen wir uns entscheiden: Links zur Kapelle, rechts zu einem Hafen. Wir steuern zunächst die Kapelle an.

St-Olof-Kapelle

St-Olof-Kapelle

Die heutige Kapelle wurde auf den Ruinen der einstigen größeren Kirche errichtet. Damals, als hier ein wichtiger Hafen und Umschlagsplatz war. Heute ist hier ein ruhiger, friedlicher Platz im Wald. Nichts zeugt mehr von dem einstigen Rummel, der hier geherrscht haben muss. Das Innere der Kapelle ist schlicht und spartanisch, aber gerade so hat sie eine tolle Stimmung als einfache Waldkapelle.

Innensicht

Innensicht

Dann laufen wir zum angechrieenen „Hafen“. Wir rätseln, was sich dahinter wohl verbergen mag. Ein Schild erklärt es uns: An diesem Ort war einst ein Anlegepunkt für die Schiffe. Ein mittelalterlich gemachtes Boot veranschaulicht es uns. Wie an der Kirche ist es auch hier eine ganz besondere, friedliche Stimmung.

Boot im Hafen

Boot im Hafen

Nach unserem kleinen Ausflug in das Mittelalter steuern wir jetzt den Westen der Insel an. Hier setzen wir über eine kleine Brücke auf die Insel Eckerö über. Bald stehen wir wieder an einem Fährhafen und drehen wieder um. Wiedereinmal passieren wir ein Schild, dass uns in Åland willkommen heißt: autonom und demilitarisiert, so steht es hier. Die Åländer sind ein stolzes Volk. Schwedischsprachig und doch zu Finnland gehörig. Eine interessante Mischung der Kulturen. Wir biegen Richtung Norden nach Käringsund ab. Hier machen wir ein ausgedehntes Päuschen und genießen den Ausblick auf den Fischhafen. Dicht an dicht drängen sich hier die Holzschuppen nicht nur am, sondern auch über Wasser.

Hafen Kräringsund

Hafen Käringsund

Dann fahren wir weiter über die kleine Insel. Auch hier landen wir bald wieder an einem Punkt, an dem wir nicht weiterfahren dürfen. Also drehen wir nach der kleinen, älteren Brücke, die wir gerade passiert haben, wieder um und fahren zurück. Die frühe Abendstimmung hier am Wasser ist herrlich.

Abendstimmung auf Eckerö

Abendstimmung auf Eckerö

Wir übernachten noch auf Eckerö und am nächsten Morgen heißt es dann auch schon: Sich auf’s Abschiednehmen vorbereiten. Ein paar Vormittagsstündchen bleiben uns noch, dann müssen wir für die Fähre einchecken. Nachdem wir die Hunde in einem erspähten Hundeauslauf nochmal kräftig haben toben und rennen lassen, nutzen wir die Zeit für einen Hafenspaziergang in Mariehamn. Verlassen und einsam liegt er da. Man merkt deutlich, dass gerade nicht Saison ist.

im Sommer einer der gut besuchtesten Orte Mariehamns

Der Åss Pavillon am Hafen – im Sommer einer der gut besuchtesten Orte Mariehamns

Wir laufen einen Steg entlang, an dem kein einziges Boot vertäut ist, und blicken auf das Museumsschiff „Pommern“ und den Fährhafen, in dem gerade ein Boot der Viking Line liegt. Das erinnert uns daran, dass nun Zeit ist, dass auch wir uns zum Fährhafen zu begeben um auf die M/S Galaxy der Silja Line zu warten. Bald schon werden wir nun finnisches Hoheitsgebiet verlassen.

Blick über das Hafengelände Mariehamns

Blick über das Hafengelände Mariehamns

 

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