Wooden City

Es ist Mittwochmorgen. Noch am Abend haben wir Turku verlassen. Es bot sich kein schöner Übernachtungsplatz und das schwedische Flair der Stadt hat zwar durchaus seinen Reiz, aber wir wollen noch etwas mehr Finnland-Feeling bevor wir das finnische Festland verlassen und die Heimreise mit Zwischenetappe Ålandinseln beginnt. Die Nacht war kalt und so organisieren wir uns zunächst eine warme Unterkunft für den Abend. Dann fahren wir weiter Richtung Tampere. Auf dem Weg dorthin legen wir einen Stopp im Städtchen Rauma ein. Die Altstadt soll laut Reiseführer sehr lohnend zu sein. So treten wir ein in die Straßen unzähliger Holzhäuser.

Straße in Rauma

Rauma – Weltkulturerbe und größte Holzstadt Skandinaviens

Kunsthandwerk, Boutiquen, Kaffees all das findet sich aneinander gereiht in den bunten Holzhäusern. Doch die Straßensaison der Cafés ist vorbei und mit Hunden können wir uns nicht hineinsetzen. Allerdings finden wir auf einem Marktplatz einen kleinen, schnuckeligen Kaffeestand. Das ist auch gut. Mit warmem Kaffee im Bauch steuern wir die Kirche an.

Heiligkreuzkirche

zur Heiligkreuzkirche

Die ehemalige Franziskanerkirche wird uns durch ein Faltblatt erklärt. In fast jeder Kirche, die wir in Finnland besucht haben, gab es bisher ein solches kostenloses Faltblatt mit kurzen Informationen zur Kirche. Ein toller Service, sehr einladend und aufmerksam. In der bunt ausgemalten Kirche sitzt eine der Holzfiguren, die hier und da das Stadtbild zieren. Es ist als ob hier ständig jemand säße und ununterbrochen Andacht halten würde.

in der Heiligkreuzkirche

in der Heiligkreuzkirche

Dann ziehen wir weiter zur nächsten Kirche – diese soll aber nur noch in Ruinen zaghaft zu erkennen sein. Als wir aus der Kirche hinaustreten glitzert die Sonne uns entgegen. Unser Weg führt uns noch einmal zum Marktplatz. Hier ist es auf einmal deutlich ruhiger als ein paar Momente zuvor. So hat der Stand, wo wir eben noch Kaffee getrunken haben, mittlerweile die Schotten dicht gemacht.

Richtung Marktplatz und Rathaus

Richtung Marktplatz mit Rathaus

Die Gassen werden jetzt enger und sind teilweise auch für den Autoverkehr gesperrt. Das macht es viel gemütlicher und lässt einen besser von vergangenen Zeiten träumen. Parkende und vorbeifahrende Autos verhaften einen eben doch im Hier und Jetzt.

Gassen mit Charme

Gassen mit Charme

Dann sind wir an der Kirchenruine angekommen. Unscheinbar sind ihre alten, bis zum Boden verfallenen Mauern in dem kleinen Grünstück versteckt. Sie wirken fragil und etwas verloren. Wie vergänglich die Dinge doch sind.

Überreste der Dreifaltigkeitskirche (erbaut im 15. Jahrhundert)

Überreste der Dreifaltigkeitskirche (ehemals erbaut im 15. Jahrhundert)

Nach diesem schönen Ausflug in die alte, hölzerne Altstadt von Rauma setzen wir unseren Weg fort nach Tampere, wo uns bald viele rote Backsteine begrüßen. Eine ganz andere Welt. Doch diese Welt muss bis zum nächsten Tag warten. Wir machen es uns erstmal in unserem Apartment gemütlich und genießen die Annehmlichkeiten einer richtigen Wohnung. In Finnland natürlich mit Sauna und, in diesem Fall, auch mit einem dieser vollverglasten Balkone, die uns bei unseren verschiedenen Stadtrundgängen schon aufgefallen sind. Die Finnen wissen eben wie man mit Kälte umgeht.

Wohnen wie die Finnen

Wohnen wie die Finnen

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