something familiar

Vier Nächte auf demselben Platz, das hatten wir den Urlaub nie. Es war gut, sich Zeit für Helsinki genommen zu haben, aber jetzt wollen wir weiter. Der Kocher allerdings mag bei dem Wind nicht so recht in die Gänge kommen und so verzögert sich das Frühstück etwas. Auch haben wir uns doch im Vorzelt eingerichtet die Tage. So dauert es ein wenig bis alles wieder verstaut ist und wir losfahren können. Auch ein paar Besorgungen stehen noch an, so will etwa das Hundefutter aufgefrischt werden. Es ist bereits Nachmittag als wir dann unser nächstes Ziel Turku ansteuern. Wir wagen es einfach direkt mit dem Auto in die Stadt zu fahren und finden auch prompt einen Parkplatz an der Domkirche. Hier empfängt uns eindrucksvoll Herr Per Brahe, der Gründer der gleich bei dem Dom gelegenen Universität.

Statur von Per Brahe

Statue von Per Brahe

Mikael Olavi Agricola hingegen steht etwas abseits, fast schon unscheinbar am Rand des Doms. Er ist nicht gerade dekorativ von einem Baustellenzaun umgeben. Dabei war er der finnische Reformator und seine Bibelübersetzung das erste gedruckte Buch auf finnischer Sprache.

der finnische Reformator Agricola

der finnische Reformator Agricola

Dann treten wir ein. In diesem aus dem Mittelalter stammenden Dom umgibt einen sofort etwas Vertrautes – ein Sakralbau wie man ihn kennt. Kein Klassizismus, kein Holz, sondern hoch gemauerte Steine, sogar das ein oder andere bunte Glasfenster. Mit einem gut gestalteten Infoflyer ausgestattet, machen wir uns auf die Erkundung des Gebäudes.

Dom von innen

Dom von innen (Hauptchor)

Der Raum erzählt von seiner bewegten Geschichte, seinen verschiedenen Erweiterungen und den vielen Stadtbränden, die er erleiden musste. Während die Wände im vorderen Bereich hauptsächlich weiß sind und hier und da Farbreste zu erkennen lassen, ist der Altarraum ganz ausgemalt. Im oberen Teil greifen zwei Gemälde wichtige kirchengeschichtliche Ereignisse auf: Christianisierung und Reformation in Finnland. Darunter sind Stationen aus dem Leben Jesu abgebildet.

Gemälde im Altarbereich

Gemälde im Altarbereich

Kurz nach diesem ersten Eindruck und Einblick kommt plötzlich eine große Gruppe Touristen. Wir erkunden daher zunächst die Seitenkapellen. Sie sind ganz unterschiedliche gestaltet. Zum Beispiel hebt sich in einer ganz im Gegensatz zum Altarraum sanft und ornamental die rote Farbe von den sonst dunkelweißen Wänden ab.

Seitenschiff

Seitenkapelle

Wir beschließen, das kleine Dommuseum zu besichtigen, das auf einer der beiden Emporen eingerichtet ist, und hoffen, dass danach wieder mehr Ruhe in der Kirche eingekehrt ist. Die kleine Sammlung zeigt die Gegenstände, welche die wechselvolle Geschichte des Doms überstanden haben. In zwei Modellen sieht man, wie sich die ursprüngliche mittelalterliche Kirche zur jetzigen Gestalt verändert hat.

im Vordergrund: der Dom heute, im Hintergrund: der Dom im Mittelalter

im Vordergrund: der Dom heute – im Hintergrund: der Dom im Mittelalter

Es ist ein Sammelsurium unterschiedlicher Dinge von Abendmahlsutensilien über Türgriffe, Kandelaber und Trauerstäben bis hin zu verschiedenen liturgischen Gewändern. Als besonders interessant gestaltet fällt mir ein textil verzierte Schachtel zur Aufbewahrung von Hostienteller und Kelchtuch auf.

Hostien (jh.)

Bursa (Ende 15. Jahrhundert)

Jetzt ist unten im Dom wieder Ruhe eingekehrt. So kehren wir noch einmal zurück, lassen den Raum wirken, hängen unseren Gedanken nach. Dann ist es Zeit zu gehen, die Vierbeiner würden Turku auch gerne erkunden und eine Schnüffeltour durch unternehmen.

Blick zurück zum Kirchturm

Blick zurück zum Kirchturm

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