quite old and new stones

Nach einem gemütlichen Sonntag mit kleinem Kunst- und Kulturprogramm wollen wir noch einmal in Helsinki auf Erkundungstour gehen: Bei strahlend blauem Himmel machen wir uns daher auf den Weg in Richtung Stadt. Unser Ziel ist die Festung und Inselgruppe Suommenlinna vor den Toren Helsinkis. Wir haben bewusst den Montag für unseren Asflug gewählt und hoffen auf gemäßigten Publikumsverkehr. Am Marktplatz finden wir aber erstmal ein ziemliches Gedräge vor. Es ist Heringsmarkt – wie immer Anfang Oktober in Helsinki. Als wir am Fähranleger ankommen, weist uns die Hinweistafel dauarufhin, dass die nächste Fähre erst in einer halben Stunde fährt. Das Boot ist aber zum Glück bereits ein paar Minuten darauf schon am Anleger. So können wir an Deck auf die Abfahrt warten und haben Zeit die Sonne zu genießen, unsere Blicken über das nahegelegene Freibad schweifen zu lassen (quasi ein riesiger, schwimmender Steg mit Becken) und ein paar lustige Fotos zu machen.

Matrosin Chili

Matrosin Chili

Dann legt das Schiff ab. Das Stadtzentrum rückt ferner. Dom, Riesenrad und Kathedrale liegen nun in einer Linie aufgereiht hinter uns. Deutlich lässt sich der archtiektonische Unterschied zwischen dem Zentrum mit Marktplatz und Dom links und der Halbinsel Katanjokka mit der Kathedrale rechts erkennen.

Blick zurück

Dom – Riesenrad – Kathedrale

Wir passieren verschiedene, kleine vorgelagerte Inseln während wir uns Suomenlinna nähern. Dann sind wir auch schon da. In der Touri-Info holen wir schnell noch eine Übersichtskarte, dann beginnen wir unsere Tour über die Insel, aber wir kommen nicht weit. Im Park an der Kirche machen wir erstmal eine Pause auf einer sonnebeschienen Bank und lassen die übrigen Menschen, die mit uns angekommen sind, sich verlaufen. So können wir dann in Ruhe den Weg beginnen und den blauen Schildern folgen, die die Richtung weisen. Rasch kommen wir zu einer kleinen Brücke und erlaufen eine zweite Insel. Hier sieht es gleich viel mehr nach Festung aus.

Brücke

Brücke und Pier Suomenlinnazentrum

Unter dicken Mauern hindurch kommen wir auf den Hof der Festung und spazieren am Pipers Park vorbei. Dann „erklimmen“ wir die Wälle von Kustaanmiekka. Große Kanonen sind hier aufgestellt und es zeigt sich ein schöner Blick über das Meer, die Felsen der Insel und die Stadt.

Blick zur Stadt

Blick zur Stadt

Ein Stück des Weges über die Wälle ist leider gesperrt. Er muss restauriert werden. Der Untergrund hat begonnen den Menschen nachzugeben, die hier in Massen kommen. So stehen im Blick über die Anlage manchmal auch Baustellenfahrzeuge und aufgeschüttete Erdhügel. Hier und da ist ein Gerüst aufgestellt. Aber es gelingt leicht, das auszublenden.

Wälle von

Wälle von Kustaanmiekka

Hoch oben auf Wällen und Befestigungsanlagen umrunden wir die Ladzunge am südlichen Ende der Insel bis wir zur Königspforte gelangen. Wir passieren sie und suchen nun selbstständig einen Weg zurück. Dabei steuern wir das U-Boot an, das Herr Zweibein schon zuvor erspäht hatte.

U-Boot Vesikko

U-Boot Vesikko

Als wir am U-Boot ankommen, müssen wir feststellen: Es hat seine Saison gestern beendet. Wir können es also nicht mehr besichtigen. Eine Infotafel gibt aber einen kleinen Überblick über seine Geschichte und seine Eckdaten. Ein paar Schritte weiter und wir sind wieder an der Brücke angekommen, die die beiden Inseln verbindet. Hinter ihr erhebt sich die Kirche, in deren Park wir ein kleines Päuschen eingelegt haben.

Blick zur Suomenlinna-Kirche

Blick zur Kirche von Suomenlinna

Auf einem kleinen Steg unweit der Brücke machen wir erneut eine Sonnenpause. Die warmen Strahlen müssen genutzt werden – aber vor allem fährt die nächste Fähre erst in einer dreiviertel Stunde und da warten wir gerne in der Sonne auf dem Wasser. Dann treffen wir und die Fähre am Anleger ein. So eine Inselerkundung macht ganz schön müde, die Hunde verschlafen die Überfahrt.

Dösen an Deck

müder Matrose

Wieder an Land angekommen, steuern wir die Straßenbahnhaltestelle an. Wir wollen noch eine ungewöhnliche Kirche besuchen. Und in der Tat: Als wir uns der Kirche nähern, erkennen wir sie nur, weil wir wissen, dass wir gerade auf sie zulaufen. Doch wo ist der Eingang?

zur Temppeliaukkio-Kirche

zur Temppeliaukkio-Kirche

Der Eingang zeigt sich uns, als wir einmal um die Kirche, beziehungsweise den Felshügel herum sind. Außer dem Aushangkasten, der rechter Hand etwas entfernt steht, erinnert auch jetzt noch nicht viel an eine Kirche. Wäre der Eingang etwas schmaler, könnte er genauso gut zu einer Tiefgarage führen.

unscheinbarer Kircheneingang

unscheinbarer Kircheneingang

Doch dann betrete ich einen wunderschönen Kirchenraum. Die Naturbelassenheit des Raumes spricht mich sofort an – insofern man eben bei einer in den Felsen gesprengten Kirche von „naturbelassen“ sprechen kann. Es ist ruhig hier. Im Hintergrund spielt leise Klaviermusik. Licht flutet von oben den Raum. Der nackte Fels erinnert an eine Höhle. Man braucht gar nicht viel um Atmosphäre zu schaffen, denke ich, und Herr Zweibein pflichtet mir bei, nachdem er die Kirche auch besichtigen konnte.

ein bisschen wie eine Höhle - das Innere der Temppeliaukkio-Kirche

ein bisschen wie eine Höhle – das Innere der Temppeliaukkio-Kirche

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.