city flair

Als wir den Tag beginnen, glänzen das bunte Herbstlaub der Bäume um uns und die Fenster der Wohnblocks neben uns. Wir sind auf einem Campingplatz in Helsinki. Hier haben wir am Tag zuvor am frühen Abend eingecheckt. Jetzt steht Stadterkundung auf dem Programm und so steuern wir die nahegelegene Metro an. Sie spuckt uns am Bahnhof aus, wo wir wieder ins Tageslicht aufsteigen.

am Bahnhofsplatz

am Bahnhofsplatz

Herr Zweibein, der sich hier schon etwas auskennt, führt uns zielsicher zum Senatsplatz. Hier empfängt uns der Dom, der erhaben über dem Platz thront, etwas verhalten: Er hat seine linke Seite in weiß gehüllt. Mit sehr viel Fantasie hat das etwas von einem unvollendeten Christo, ohne ist es einfach nur eine Baustelle.

Senatsplatz, lutherischer Dom

Senatsplatz, lutherischer Dom

Wir steigen die Treppen hinauf und ich trete ein. Herr Zweibein wartet derweil mit den Vierbeinern draußen. Mich empfängt ein großer, hallenartiger Raum. In der Mitte, wo Längs- und Querschiff aufeinander treffen, stehen große Skulpturen: Luther – Melanchton – Agricola (finn. Reformator). Den vierten Platz nimmt die Kanzel ein – laut Reiseführer ein sehr ansehnliches Exemplar, nach meinem Geschmack ziemlich überdimensioniert und nicht gerade hübsch.

Luther im luther. Dom

Luther im luther. Dom

Während nun Herr Zweibein das Innere des Doms erforscht, sitze ich auf den Stufen zum Dom, genieße die Sonnenstrahlen und lasse meinen Blick schweifen: Vor mir liegen spiegelbildlich das Regierungpalais und gegenüber die Universität. Hinter den Dächern der Häuser kann man Schiffsdächer sich abzeichnen sehen.

Blick über den Senatsplatz (links: Regierungsapalais)

Blick über den Senatsplatz (links: Regierungsapalais)

Wir steuern den Marktplatz an. Hier herrscht reges Treiben: Möwen kreischen, vor dem Fähranleger zur Suomenlinna-Festung hat sich eine lange Schlange gebildet. Obst und Gemüse, meist aus Finnland, wollen den Besitzer wechseln, ebenso allerhand Andenken von schöner Handarbeit bis Ramsch. An Ständen mit Lappland-Andenken vorbeizulaufen fühlt sich komisch an an diesem sonnigen Herbsttag im maritimen Süden und in der großen Stadt. Wir lassen den Markt hinter uns und legen eine kleine Pause am daneben gelegenen Wasserbasin ein. Während wir die Beine baumeln lassen, schauen wir im Reiseführer nach, wo wir nun weiter hinwollen.

Am Marktplatz

Am Marktplatz

Nichtsahnend habe ich im Vorhinein gerade das Stadtviertel näher ins Auge gefasst, in dem Herr Zweibein vor einem knappen Jahr seine Unterkunft während einer Messe in Helsinki hatte. Auf einer Brücke setzen wir auf die Halbinsel über und steuern auf die Uspenski-Kathedrale zu.

Uspenski-Kathedrale im Stadtteil Katajanokka

Uspenski-Kathedrale im Stadtteil Katajanokka

Wie schon im lutherischen Dom ist es schwer in der Masse der Touristen die Stimmung in der Kirche zu erfassen. Ich frage nach Gottesdienstzeiten – beide leider für uns recht ungünstig. Ich setze mich und lasse meinen Blick immer wieder zu der reich verzierten Kuppel schweifen. Sie hat etwas gen Himmel weisendes – viel mehr als die Ikonostasenwand, die auf mich immer mehr wie eine Trennwand wirkt.

Kuppel der Uspenski-Kathedrale

Kuppel der Uspenski-Kathedrale

Von dem Platz vor der Kathedrale hat man einen schönen Blick über das Helsinkier Zentrum und vor allem auch auf den Dom. Irgendwie hat das etwas Symbolisches vom Wahrzeichen einer Konfession zu dem der anderen zu blicken.

Blick über Helsinkis Zentrum und zum Dom

Blick über Helsinkis Zentrum und zum Dom

Nun wollen wir die Halbinsel umrunden und Herr Zweibein erinnert sich: Ganz nah bei der Kathedrale war doch ein kleiner Hundeauslauf. Auf diesen steuern wir nun zu und machen die Leinen los. Die Hunde finden das richtig gut: Nach all den Eindrücken einfach mal die Sau rauslassen, raufen und toben. Prima!

glücklich im Hundeauslauf

glücklich im Hundeauslauf

Dann passieren wir den Fähranleger der Vikingline und kommen schließlich in einem kleinen Park direkt am Wasser an. Hier kann man mit schönen Blicken auf die gegenüberliegenden Ufer den Weg entlangschlendern. Das maritime Flair tut der „kleinen“ Großstadt gut. Zumindest erhält die an den Ufern entlang gezogene und auf verschiedene Insel verteilte Stadt dadurch eine gewisse Weite.

maritimes Flair

maritimes Flair

Schon nähern wir uns dem Ende unserer Inselumrundung und kommen vorbei an verschiedenen Schiffen. Wir brauchen kurz um sie als Eisbrecher identifizieren zu können. Dafür betrachtet Herr Zweibein sie dann umso genauer.

Eisbrecher im sonnigen Herbst

Eisbrecher im sonnigen Herbst

Jetzt erreichen wir den Hafen, den wir von der Brücke zur Halbinsel schon gesehen haben. Wir passieren das Kasino und teure Yachten. In der Sonne trinken wir bei böigem Wind noch einen Kaffee. Dann ist es Zeit um den Rückweg zum Campingplatz anzutreten.

Booet im Hafen

Boote im Hafen (links: Kasino Helsinki)

Auf dem Markt nehmen wir ein paar Pilze für das Abendessen und rote, kleine Äpfel mit. Dann huschen wir in eine alte, gemütliche Tram. Sie bringt uns zum Bahnhof und damit zu einer Station der einlinigen Metro. Den Nachmittag und beginnenden Abend verbringen wir gemütlich. Schließlich ist Samstag und wir wollen nochmal in die Stadt fahren, um ein wenig von Helsinkis Nachtleben mitzubekommen.

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