unknown worlds

Nach zwei Tagen nordkarelischer Natur ist unser Interesse an diesem Landstrich endgültig geweckt und wir steuern das Carelicum, das Zentrum für nordkarelische Kultur, in Joensuu an. Hier gibt es unter anderem ein Museum, das die Besucher mitnimmt auf die verschlungenen Wege Nordkareliens.

im Carelicum

im Carelicum

Es sind keine leichten Wege, auf die wir hier mitgenommen werden. Wir lernen einen Volksstamm kennen, der der Natur so einiges abtrotzten musste und unentwegt zwischen Großmächten hin und her geworfen wurde. Das Museum arbeitet nicht nur mit geschriebenen Informationen, sondern versucht alle Sinne anzusprechen und Emotionen zu wecken. So gibt es Videomaterial, gesprochene Zeitzeugenberichte (- auf Finnisch), Musik zum Anhören. Als ich später die Fotos sortiere, fällt mir auf: Zur Wirkung trägt auch viel die hier ausgestellte Kleidung bei.

traditionelle Kleidung

traditionelle Frauenkleidung

liturgische Gewänder der orthodoxen Kirche

liturgische Gewänder der orthodoxen Kirche

Outfit passend zum Ilosaari Rockmusikfestival

Outfit passend zum Ilosaari Rockmusikfestival

Am nächsten Morgen erwachen wir dann nicht im Schlafsack auf Isomatten, sondern in Bettdecken und auf bequemer Matratze. Der Platzbetreiber hatte uns ein gutes Angebot gemacht und so hatten wir uns am Abend gegen einen bloßen Stellplatz und für das Apartment entschieden. Nach vielen Wochen haben wir so ein Sofa und eine richtige Küche nur für uns. Das Highlight des Abends war aber die Sauna: Wellness nach zwei Tagen Wildnis.

Nun wollen wir unbedingt mehr Einblick in die orthodoxe Kirche in Finnland bekommen. Der Besuch in der Kathedrale in Kuopio und im Carelicum haben unsere Neugier noch nicht gestillt, sondern gerade erst geweckt. Wir steuern das Kloster Uusi Vasamo an, wo wir von Hinweisschildern zur richtigen Kleidung und dem richtigen Verhalten, sowie den Gästegebäuden empfangen werden. Dann treten wir in den eigentlichen Klosterbereich an. Ruhe herrscht hier – selbst im Servicezentrum, das wir zunächst aufsuchen um nähere Info zu finden.

Hauptkirche des Valamo Klosters

Hauptkirche des Valamo Klosters

Dieheiligen Gründer des Klosters: Sergij und Herman

Die heiligen Gründer des Klosters: Sergij und Herman

Wir beginnen unseren Rundgang beim Herzstück des Klosters – der Hauptkirche im nordisch-byzantinischen Baustil. Als wir sie betreten, empfängt uns in einem Vorraum ein Ständer mit einem Infohefter, der kurz in die orthodoxe Welt einführt und sowohl das Verhalten in der Kirche und während eines Gottesdienstes, als auch die Ikonen in der Kirche näher erläutert. Dann treten wir ein.

in der Kirche

in der Klosterkirche

Nachdem wir den Raum, seine vielen Bilder und die dadurch seltsam bewegte Stille länger auf uns haben wirken lassen, erkunden wir die restliche Klosteranlage. Eine besondere Stimmung liegt auf ihr. Unser Weg führt uns vorbei an der ehemaligen Kirche, die allerdings verschlossen ist, zu einem Bootsanleger. Eine kleine, hölzerne Kapelle empfängt hier die Besucher.

Kapelle des Heiligen Nikolaus

Kapelle des Heiligen Nikolaus

die MS Sergei - natürlich darf auch hier eine Ikone nicht fehlen

die MS Sergei – natürlich darf auch hier eine Ikone nicht fehlen

Um das Klosterareal erkundet zu haben, dürfen wir natürlich das Café-Restaurant nicht auslassen. Also kehren wir ein. Die Räumlichkeiten fügen sich in der inneren Gestaltung gut in das Kloster-Ensemble ein. Auch hier wirkt alles etwas leiser als sonst.

Kaffee im Café-Restaurant Trapesa

Kaffee im Café-Restaurant Trapesa

Nun verlassen wir das Kloster wieder und fahren den Friedhof an, der auf der anderen Seite des Sees liegt. Der Waldfriedhof ist von Holzbaukunst geprägt. Die dem Heiligen Herman von Alaska geweihte Kapelle, die meisten Grabmale, die Überdachung eines Brunnens – alles ist aus Holz. So fügt sich der Friedhof nahtlos in den ihn umgebenden Wald ein.

Friedhof

Friedhof

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