just a little city

Auf unserem Weg zu dem angesteuerten Nationalpark, wollen wir natürlich nicht nur die Kilometer hinter uns bringen, sondern auch etwas „mitnehmen“ – der Weg ist schließlich das Ziel. Daher planen wir einen Halt in dem Städtchen Kajaani ein. Die Beschreibung im Reiseführer klang nach einer netten, übersichtlichen Stadtbesichtigung. Es ist nicht gerade warm an diesem Vormittag als wir durch das überschaubare Zentrum laufen. (Auch, wenn manche Finnen das durchaus anders sehen, und nur mit einem T-Shirt bekleidet sind).

Altes Rathaus in Kajaani

Altes Rathaus in Kajaani

Vom alten Rathaus biegen wir nach rechts ein und kommen schnell zu der kleinen Insel Linnasaari, auf der die Ruine der Kajaaninlinna steht. Mitten über die Insel führt eine Straße. Wir wundern uns. Später lesen wir auf einer Infotafel, dass über die Insel schon seit langer Zeit eine Brücke führt, um beide Stadtteile miteinander zu verbinden.

Burgruine Kajaaninlinna auf der Insel Linnasaari

Burgruine Kajaaninlinna auf der Insel Linnasaari

Dann laufen wir in einer Schleife Richtung Kirche. Man muss sich erst gewöhnen an Finnland. Es ist ganz anders hier als Norwegen – gerade, was Baulichkeiten betrifft. Während in Norwegen alles adrett gerichtet war, wirkt hier alles eher funktional und sehr schlicht. Die russischen Einflüsse auf Finnland sind nicht zu übersehen. Die Kirche jedoch ist auffällig aufwändig gestaltet und erweckt sofort unsere Aufmerksamkeit.

evangelische Kirche (1896)

evangelische Kirche in Kajaani (1896)

Als wir vorsichtig an der Türe ziehen, freuen wir uns: Sie hat tatsächlich geöffnet! Wir treten ein und finden im Vorraum einen kurzen Infotext auf richtig gutem Deutsch. So ausgerüstet machen wir uns an die Erkundung der Kirche, die im Innenraum fortsetzt, was das Äußere kennzeichnet.

Kirche in Kajaani, Innenraum

Kirche in Kajaani, Innenraum

Besonders springen uns die Gemälde hier ins Auge. Das Altarbild zeigt weder Kreuzigung, noch Auferstehung, sondern, wie Jesus dem im Glauben schwankenden und im Wasser unterzugehen drohenden Petrus die Hand reicht und ihm hilft. Eine Osterszene, die wohl einst Altarbild war, ziert nun die rechte Empore, während die Kreuzigung auf der linken Empore zu finden ist. Ein interessantes Ensemble.

Altarbild

Altarbild

Als wir die Kirche verlassen, verwechseln wir eine Gebetsanliegenbox mit einer Spendenbox. Wir bemerken es zwei Sekunden „zu spät“. Dieses Finnisch ist einfach so unverständlich. Einen Café-Besuch später sitzen wir auch schon wieder im Auto auf dem Weg weiter Richtung Süden. Das Wetter und die eigene Gesundheit meinen es gerade nur ein bisschen gut mit uns. Wir wollen trotzdem wandern gehen, denn morgen sieht die Welt bekanntlich ja schon wieder ganz anders aus.

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