an unexpected day off

Da ich zufällig einen Tag mehr frei habe und ein Termin in Oslo ansteht, beschließen wir den freien Tag in Oslo zu verbringen. Oder besser gesagt: Den Nachmittag. Den Vormittag benötigen wir für die Fahrt. Obwohl wir schon einen Großteil am Abend vorfahren wollten, kamen wir nicht weit. Baustelle folgte auf Baustelle und wir mussten immer wieder auf das Ledebil warten – dieses Fahrzeug, das einen durch die Baustelle führt. An einer Baustelle dauerte es eine halbe Stunde bis es uns schließlich durch die Baustelle geleitete. Durch die Verkehrslage war es dann auch schwierig einen Rastplatz zu finden und wir mussten weiter fahren, als wir eigentlich wollten. So blieb trotz der unfreiwilligen und ungeplanten Nachtfahrt noch ein gutes Stück Fahrt für den Vormittag übrig. Gegen 14.00 kommen wir in Oslo am Viking Ship Museum an und entern es nach einer kleinen Rast. Nach den vielen Tagen einsam in den Bergen ist es ein kleiner Kulturschock: Unzählige Touristen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt wuseln um uns herum.

Repräsentatives "Ausflugsschiff"

Repräsentatives „Ausflugsschiff“

Drei Boote werden hier im Wesentlichen ausgestellt: Sie waren alle drei Funde aus Gräbern. Bevor sie zur Grabbeigabe wurden, waren sie aber fahrbare Schiffe. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Ein gut erhaltenes „Ausflugsboot“ mit schönen Verzierungen. Ein gut erhaltenes Boot, das seetauglich über die Meere schipperte, und ein sehr schlecht erhaltenes Boot – mehr Gerippe denn Boot ist es jetzt, obwohl auch dieses Boot einst über die Meeresoberfläche glitt.

Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen...

Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen…

Als wir das erhaltene, seetaugliche Boot näher betrachten, wundern wir uns, dass es keinerlei Kajüte oder Rückzugsmöglichkeit gibt. Wind und Wetter auf der hohen See war man in diesem Boot recht schutzlos ausgesetzt. Und trotzdem segelten die Wikinger weit über heimatliche Gefilde hinaus. Bis ans Mittelmeer kamen sie. Und das alles auf einem zwar stattlichen, aber nicht gerade gastlichen oder gar heimeligen Boot.

Auf Deck eines seetauglichen Wikingerschiffs

Auf Deck eines seetauglichen Wikingerschiffs

Mehr noch als die Schiffe beeindruckt mich aber das Kunsthandwerk. Denn neben den Schiffen sind auch die Grabbeigaben ausgestellt, die hier gefunden wurden. Die meist ornamenthaften Arbeiten aus Holz und Metall sind aufwändig und beeindruckend. Es muss lange gedauert haben, sie zu fertigen.

kunstvoller Schlittenzug (Grabbeigabe)

kunstvoller Schlittenzug (Grabbeigabe)

Spannend ist auch, dass gerade die auffälligen Tierköpfe noch nicht sicher zugordnet werden konnten. Wo sie befestigt waren, und was ihr Zweck war, weiß keiner so genau. Das lässt Raum für die eigene Fantasie.

Tierkopf

Tierkopf

Anschließend beschließen wir, dass uns die Zeit die uns für ein Freilichtmuseum noch bliebe, zu gedrängt ist. Wir fahren daher an den Badebereich der Museumshalbinsel Bygdøy, schlendern durch den Park und am Strand entlang. Wir erklimmen einen kleinen Felsen und lassen die Füße überm Wasser baumeln, während wir die Boote und Schiffe im Oslofjord beobachten.

Am Oslofjord (Strand Hulk der Halbinsel)

Am Strand Hulk der Halbinsel Bygdøy

Wir fahren stadteinwärts und statten noch einem kleinen Bio-Laden einen Besuch ab. Der junge Mann will bereits schließen, sein Kollege ist krank und er hat zwei Jobs. Aber wir dürfen uns noch schnell umschauen. Der Laden ist sehr gemütlich eingerichtet, mit lauter alter Holzkisten uns hat eine gute Auswahl. Allerdings stehen nirgends Preise, so dass das Bezahlen spannend wird. Nach diesen kleinen Erledigungen gönnen wir uns eine Nacht auf dem Campingplatz und profitieren den ersten Abend von unserem Vorzelt. Die Hunde finden das sehr gut – auch wenn Chili die trubelige Atmosphäre auf dem Campingplatz nach all der Zeit in Stille und Einsamkeit doch manchmal gerne ordnen würde.

Bus mit Vorzelt

Bus mit Vorzelt

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